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* Kein Mitglied im Kunstsenat

Portraitfoto von Manes Sperber

© LIT/ÖNB

ManÈs Sperber (1905-1984)

1905 Geboren am 12. Dezember in Zablotow, Südostgalizien (bis 1918 zu Österreich gehörend, heute Westukraine). Aus einer wohlhabenden Rabbinerfamilie stammend wächst er in der Tradition des Chassidismus auf

1916 Um den Kriegswirren zu entkommen, übersiedelt die Familie nach Wien. Die Ideen des Zionismus, des Marxismus und der Individualpsychologie sowie eine chassidische Gottgläubigkeit prägen die Jugendjahre

ab 1923 Studium der Psychologie in Wien. Schüler und Mitarbeiter von Alfred Adler, dem Begründer der Individualpsychologie

1927 Übersiedlung nach Berlin. Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands

1927-33 Vorträge und Kurse in der Berliner Gesellschaft für Individualpsychologie, später Therapeut und Ausbildner von Sozialarbeitern. 1931 kommt es zum Bruch mit Alfred Adler

1933 Nach Machtübernahme der Nationalsozialisten zunächst im Untergrund aktiv. Wird am 15. März verhaftet, als österreichischer Staatsbürger wieder freigelassen, flieht über Österreich nach Frankreich

1937 Zunächst in der kommunistischen Partei in Paris tätig, trennt er sich vom Kommunismus nach den Schauprozessen in Moskau und den stalinistischen Säuberungen. Es folgt eine lebenslange schriftstellerische Auseinandersetzung mit den totalitären Ideologien

1939 Meldet sich freiwillig zur französischen Armee. Nach deren Niederlage 1943 Flucht in die Schweiz, wo er interniert wird

1945 Rückkehr nach Paris. Lektor beim Verlag Calmann-Lévy. Lehrt Kulturphilosophie an der Sorbonne

1961 Die Romane Der verbrannte Dornbusch, Tiefer als der Abgrund, Die verlorene Bucht erscheinen als Romantrilogie mit autobiographischem Charakter unter dem Titel Wie eine Träne im Ozean – Reflexionen über die großen Katastrophen des Jahrhunderts

1975 Georg-Büchner-Preis

1977 Großer Österreichischer Staatspreis

1983 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

1984 Stirbt am 5. Februar in Paris

Werke (Auswahl):

1938 Zur Analyse der Tyrannis, Essays

1946 A. Adler: Der Mensch und seine Lehre, Biographie

1949 Der verbrannte Dornbusch, Roman

1950 Tiefer als der Abgrund, Roman

1953 Die verlorene Bucht, Roman

1957 Le talon d’Achille, Essay

1967 Zur täglichen Weltgeschichte, Essays

1972 Leben in dieser Zeit, Essay

1974 Die Wasserträger Gottes, Autobiographie

1975 Die vergebliche Warnung, Autobiographie

1977 Bis man mir Scherben auf die Augen legt, Autobiographie

1980 Nur eine Brücke zwischen gestern und morgen, Stücke

1984 Ein politisches Leben, Gespräche

1985 Geteilte Einsamkeit, Essay

1986 Der schwarze Zaun, Novelle

Bibliographie (Auswahl):

1984 A. Pfaffenholz, Manès Sperber, Hannover

1996 Anne-Marie Corbin-Schuffels, Manès Sperber. Un combat contre la tyrannie (1934–1960), Bern u. a.

2000 W. Hemecker und M. Stancic, Ein treuer Ketzer. Manès Sperber – der Schriftsteller als Ideologe, Wien

2001 M. Stancic, Ausgewählte Briefe an Manès Sperber, in: Sichtungen. Internationales Jahrbuch des Österreichischen Literaturarchivs, ÖNB, Wien