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* Kein Mitglied im Kunstsenat

Portraitfoto von George Saiko

© LIT/ÖNB

George Saiko (1892-1962 *)

1892 Geboren am 5. Februar in Seestadtl, Nordböhmen

1902-10 Humanistisches Gymnasium in Komotau

1910 Übersiedlung der Familie nach Mödling bei Wien. Studium der Psychologie, Philosophie, Archäologie und Kunstgeschichte in Wien

1912 Lernt Franz Theodor Csokor, der ebenfalls Kunstgeschichte studiert, an der Universität kennen

1913 Debüt als Schriftsteller mit vom Expressionismus geprägter im »Brenner« veröffentlichter Erzählung Das letzte Ziel

1913/14 Theatertournee als Schauspieler mit der Ida Orloff-Gruppe nach St. Petersburg

1914-18 Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger, nach kurzem Einsatz an der Südfront am Kriegspressequartier tätig, danach dem Kriegsarchiv zugeteilt

ab 1918 Reisen nach England, Frankreich und Italien. Übersetzungen aus dem Russischen. Privatgelehrter und Kunsthistoriker. Veröffentlichungen in englischen Fachzeitschriften

1925 Lernt Hermann Broch kennen, Beginn einer lebenslangen Freundschaft und einer regen Korrespondenz

1927 Promoviert zum Dr. phil.

1938 Lehnt Beitritt zur Reichsschrifttumskammer ab und erhält nach dem Anschluss Schreibverbot. Verbot für die Aufführung von Hof- und Personal-Nachrichten am Theater in der Josefstadt, Wien

1939 Eintritt in den Dienst der Graphischen Sammlung Albertina, Wien. Es gelingt ihm, die Bestände der Sammlung sowohl vor den Bomben der Alliierten in Sicherheit zu bringen als auch vor dem Zugriff führender Nazis zu bewahren

1945-50 Leiter der Graphischen Sammlung Albertina

1947 Mitglied des neuerrichteten P.E.N.-Clubs

1948 Der Roman Auf dem Floß, eine Apotheose der untergehenden Donaumonarchie, erscheint, den Hermann Broch kommentiert: »Ich halte diesen Roman für eine ganz außerordentliche und starke Leistung von bleibendem Wert, eine künstlerische Weiterführung der Linie über Kafka und Musil hinaus.«

1950 Tritt nach Konflikten mit seinen Vorgesetzten aus der Albertina aus. Freier Schriftsteller in Wien. Formale Nähe zu James Joyce, Broch und Musil

1956 Der Roman Der Mann im Schilf erscheint, der den österreichischen NS-Putschversuch vom Juli 1934 und die Ermordung von Bundeskanzler Dollfuß sowie die ideologische Zerrissenheit der Ersten Republik behandelt

1962 Großer Österreichischer Staatspreis

Stirbt am 23. Dezember in Rekawinkel bei Wien

Werke (Auswahl):

1913 Das letzte Ziel, Erzählung

1914 Die gnadenlose Stadt, Erzählung

1930 The meaning of cubism, Essay

1938 Hof- und Personal-Nachrichten, Theaterstück

1948 Auf dem Floß, Roman

1956 Der Mann im Schilf, Roman

1962 Giraffe unter Palmen, Erzählungen
Der Opferblock, Erzählungen
Amelie auf dem Postament, Erzählung

1971 Roman und Film, Essay

Bibliographie (Auswahl):

1970 Heinz Rieder, Der magische Realismus, Marburg

1990 Joseph Peter Strelka, Georg Saikos magischer Realismus, Bern Adolf Haslinger (Hg.), Die Erzählungen. Sämtliche Werke in fünf Bänden, Salzburg, Wien

1992 Herwig Würtz (Hg.), George Saiko, Wien

1995 Renate S. Posthofen, Treibgut. Das vergessene Werk George Saikos, Wien